Halswirbelsäule & Migräne mit Aura – Zusammenhänge erklärt

Frau hält sich den Nacken bei Halswirbelsäule Migräne mit Aura

Halswirbelsäule & Migräne mit Aura – Zusammenhänge erklärt

Morgens wach werden mit steifem Nacken und noch vor dem Mittag flimmert das Sichtfeld. Für viele Betroffene ist das kein Zufall – sie ahnen seit Jahren, dass ihre Halswirbelsäule und die Migräne mit Aura irgendwie zusammenhängen. Aber wie genau? Und was bedeutet das für die Behandlung? Wir von Kopfschmerzen Frei erklären dir, welche Verbindung zwischen der Halswirbelsäule und einer Migräne mit Aura besteht, warum Verspannungen im Nacken Attacken begünstigen können und was du konkret dagegen tun kannst.  
Das Wichtigste in Kürze
  • Zusammenhang: Die Halswirbelsäule steht über den trigeminozervikalen Komplex in direkter Verbindung mit der Schmerzverarbeitung im Kopf – chronische Verspannungen können Attacken begünstigen oder verstärken
  • Symptome: Nackenschmerzen, Steifheit, Schmerzen vom Hinterkopf nach vorne ziehend, visuelle Aura-Symptome, Schwindel
  • Auslöser: Fehlhaltungen, Bewegungsmangel, Stress, Zähneknirschen, muskuläre Dysbalancen
  • Maßnahmen: Mobilisationsübungen, Wärme, ergonomischer Arbeitsplatz, Stressmanagement, ärztliche Abklärung bei starken oder erstmaligen Beschwerden
 

Grundlagen zu Migräne mit Aura – die Halswirbelsäule: Aufbau und Funktion

Die Halswirbelsäule, kurz HWS, ist der oberste Abschnitt der Wirbelsäule und besteht aus sieben Wirbeln, die von oben nach unten als C1 bis C7 bezeichnet werden. C1 und C2, also Atlas und Axis, bilden dabei das beweglichste Gelenk des gesamten Körpers: Sie ermöglichen das Drehen und Nicken des Kopfes. Die Wirbel C3 bis C7 tragen zusammen mit der umgebenden Muskulatur das Gewicht des Kopfes und schützen gleichzeitig das Rückenmark. Gerät dieses empfindliche System aus dem Gleichgewicht, etwa durch Fehlhaltung, Verspannungen oder Bewegungseinschränkungen, spricht man vom Halswirbel-Syndrom. Typische Beschwerden sind Nackenschmerzen, Schwindel, Benommenheit und Kopfschmerzen. Kein Wunder also, dass viele Betroffene bei einer Migräne mit Aura zuerst an ihre Halswirbelsäule denken.
Darstellung Röntgen von Halswirbelsäule Migräne mit Aura

Halswirbelsäule und Migräne mit Aura – was sagt die Wissenschaft?

Ob die Halswirbelsäule eine Migräne mit Aura direkt verursacht, ist bislang nicht eindeutig belegt. Die aktuelle Einschätzung geht eher davon aus, dass es während einer Migräne zu einer niedrigeren Schmerzschwelle kommt und dass dadurch Nackenbeschwerden mitempfunden werden, nicht umgekehrt. Dass ein Zusammenhang zwischen der Halswirbelsäule und Migräne mit Aura aber zumindest plausibel ist, zeigt ein interessantes Beobachtungsmuster: Das gezielte Abtasten des Bereichs C0 bis C2, also der obersten Halswirbel direkt unterhalb des Schädels, löst bei einem erheblichen Teil der Migränepatienten Kopfschmerzen aus, die in den Nacken ausstrahlen. Bei Menschen ohne Migräne ist das deutlich seltener der Fall. Eine Untersuchung dieser Region kann also durchaus sinnvoll sein, auch wenn die kausale Verbindung noch nicht abschließend geklärt ist. Was sich sagen lässt: Wer seine HWS-Beschwerden gezielt behandelt, berichtet in vielen Fällen auch von einer Verbesserung seiner Migränesymptome. Das spricht dafür, diesen Teil des Körpers bei der Behandlung einer Halswirbelsäulen-Migräne mit Aura zumindest als mitbeteiligten Faktor zu betrachten. Auch Nackenschmerzen und Kopfschmerzen ohne vollständige Migräneattacke können auf diesen Zusammenhang hindeuten – insbesondere wenn sie nach langer Bildschirmarbeit oder stressreichen Phasen auftreten. Darstellung Skelett der Halswirbelsäule Migräne mit Aura

Wie entsteht die Aura und welche Rolle spielt die HWS?

Die Aura ist eine Begleiterscheinung der Migräne, die typischerweise kurz vor dem eigentlichen Kopfschmerz auftritt – bei etwa einem Drittel der Betroffenen, entweder regelmäßig oder nur hin und wieder. Sie dauert in der Regel nicht länger als eine Stunde. Ihre Symptome sind individuell und reichen von visuellen Phänomenen wie Flimmern, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldausfällen über Kribbeln und Taubheitsgefühle bis hin zu Sprachstörungen wie Wortfindungsschwierigkeiten. Die Entstehung der Aura geht auf komplexe neurochemische Prozesse im Gehirn zurück: Eine gesteigerte Erregbarkeit der Neuronen, Störungen in der Regulation von Neurotransmittern und vermutlich auch genetische Faktoren spielen dabei eine Rolle. Davon, dass die Aura direkt durch eine HWS-Blockade oder Nackenverspannungen ausgelöst wird, geht die Wissenschaft derzeit nicht davon aus. Das bedeutet aber nicht, dass die Halswirbelsäule bei einer Migräne mit Aura irrelevant ist. Sie kann als begünstigender Faktor wirken, indem chronische Verspannungen im Bereich C1 bis C3 über den trigeminozervikalen Komplex die Schmerzschwelle senken und das Nervensystem in einen dauerhaft sensibilisierten Zustand versetzen. In diesem Zustand können auch kleinere Reize eine Attacke auslösen.

Augen, Migräne & Halswirbelsäule: So hängen sie zusammen

Wer unter Flimmern, Zickzacklinien oder vorübergehenden Sehausfällen leidet, kennt das Phänomen der Augenmigräne und der Zusammenhang zur Halswirbelsäule wird dabei oft übersehen: Verspannungen im oberen Halsbereich können die Durchblutung der Gefäße beeinflussen, die das Sehzentrum im Hinterhirn versorgen. Ob das allein visuelle Aura-Symptome auslöst, ist nicht belegt, aber es kann die Reizverarbeitung in diesem Bereich empfindlicher machen. Wer regelmäßig visuelle Aura-Symptome erlebt und gleichzeitig unter Nackenbeschwerden leidet, sollte diesen Zusammenhang ärztlich abklären lassen.

Migräne durch eine HWS-Blockade: Möglicher Auslöser oder Mythos?

Eine Migräne durch eine Blockade der Halswirbelsäule, also eine Bewegungseinschränkung einzelner Halswirbel, ist als direkter Auslöser wissenschaftlich nicht gesichert. Dennoch berichten viele Betroffene, dass eine gezielte manuelle Behandlung ihrer Blockaden ihre Attackenfrequenz beeinflusst. Eine Blockade in den oberen Segmenten, besonders im Bereich C1 bis C3, irritiert umliegende Nerven und Muskeln und kann so zumindest als Verstärker wirken. Wer vermutet, dass seine Halswirbelsäulen-Migräne mit Aura durch eine solche Blockade mitbedingt wird, sollte das von einem Physiotherapeuten oder Osteopathen abklären lassen und die Behandlung parallel zur ärztlichen Migränetherapie angehen.

Übungen für die Halswirbelsäule bei Migräne mit Aura

Gezielte Übungen können helfen, die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu erhalten und chronische Grundspannung zu reduzieren. Wichtig: Führe sie zur Vorbeugung durch, nicht während einer akuten Attacke. Bei stärkeren oder anhaltenden Nackenbeschwerden immer zuerst ärztlich abklären.
  • Acht mit dem Kinn: Setze oder stelle dich entspannt hin, lockere die Schultern. Zeichne dann mit dem Kinn langsam eine liegende Acht in die Luft – erst senkrecht, dann waagerecht, und zwischendurch die Richtung wechseln. Die Bewegung soll sich fließend anfühlen, nicht erzwungen.
  • Nackendehnung: Sitze aufrecht, hebe die Brust leicht an. Schiebe das Kinn mit einem Finger nach hinten, sodass ein leichtes Doppelkinn entsteht. Mit der anderen Hand am Hinterkopf drückst du diesen vorsichtig nach oben, bis eine angenehme Dehnung spürbar ist.
  • Nicken seitlich: Drehe den Kopf zur Seite und bewege ihn mehrmals langsam auf und ab, wie beim Nicken. Dann auf die andere Seite wechseln.
  • Kräftigung: Lege eine Hand gegen die Stirn und drücke mit dem Kopf sanft dagegen – zehn Sekunden halten, kurz lösen, wiederholen. Dasselbe funktioniert auch seitlich, mit der Hand an der Schläfe.
Wärme nach den Übungen, ein Körnerkissen oder eine Rotlichtlampe im Nacken, unterstützt die Durchblutung und hilft, die verbliebene Spannung zu lösen.

Was du sonst noch tun kannst

Eine Halswirbelsäulen-Migräne mit Aura entsteht selten durch einen einzigen Faktor. Neben den Übungen lohnt es sich, deinen Arbeitsplatz ergonomisch einzurichten: Monitor auf Augenhöhe, Schultern entspannt, regelmäßige Bewegungspausen. Wer stressbedingten Auslösern auf die Spur kommen möchte, kann mit einem Kopfschmerztagebuch beginnen. Attacken, Haltung, Schlaf und Stresslevel lassen sich so über Wochen hinweg korrelieren. Auch progressive Muskelentspannung hilft dabei, das chronische Grundniveau an Anspannung zu senken – gerade im Schulter-Nacken-Bereich, der bei vielen Migränebetroffenen dauerhaft überspannt ist.

Wann du zum Arzt solltest

Bei bekannter Halswirbelsäulen-Migräne mit Aura ist ein Arztbesuch dringend nötig, wenn:
  • eine Aura erstmals oder in veränderter Form auftritt
  • Symptome wie Lähmungen, Sprachverlust oder Sehausfall länger als eine Stunde anhalten
  • Nackenschmerzen sehr plötzlich und stark einsetzen
  • bisherige Maßnahmen nicht mehr wirken
Einen Überblick zu den verschiedenen Migräne-Behandlungsmöglichkeiten, von Medikamenten bis zur manuellen Therapie, haben wir gesondert zusammengefasst. Wer zusätzlich unter Spannungskopfschmerzen leidet, die oft parallel zu einer Halswirbelsäulen-Migräne mit Aura auftreten, findet dort ebenfalls hilfreiche Informationen.

Dauerhaft schmerzfrei werden

Die Verbindung zwischen Halswirbelsäule und Migräne mit Aura ist vielschichtig und wer sie ernst nimmt, hat echte Ansatzpunkte für eine Verbesserung. Unsere Methode von Kopfschmerzen Frei setzt genau dort an: natürlich, ohne Medikamente, mit einem Ansatz, der auf die Ursache zielt statt nur Symptome zu unterdrücken. Viele Betroffene berichten schon nach zwei Wochen von spürbarer Verbesserung.
Weitere Beiträge:

Premium eBook Starter Paket

Dein kompletter Leitfaden zur natürlichen Kopfschmerz-Freiheit – als Sofort-Download.

Für wen ist das eBook gedacht?

Für Menschen mit wiederkehrenden Kopfschmerzen – egal ob seit Monaten oder Jahren – die eine nachhaltige Lösung suchen, statt dauerhaft Tabletten zu nehmen.