Mann hat Migräne bei Wetter änderungen

Kopfschmerzen an der linken Kopfseite

Kopfschmerzen können in zahlreichen verschiedenen Variationen auftreten. Sie können punktuell am Kopf auftreten oder auch den gesamten Schädelbereich betreffen. Außerdem können Kopfschmerzen sehr schwach oder auch kaum auszuhalten sein. In der Medizin unterteilt man Kopfschmerzen daher in verschiedene Arten. So gibt es primäre Kopfschmerzen, welche ein eigenes Krankheitsbild bilden und sekundäre Kopfschmerzen, welche auf andere Erkrankungen zurückzuführen sind. Treten Kopfschmerzen einseitig links auf, so handelt es sich in den meisten Fällen um die primären Kopfschmerzformen Migräne, Cluster-Kopfschmerzen oder Trigeminusneuralgie. Was es mit diesen drei Kopfschmerzformen auf sich hat, erfahren Sie in folgendem Artikel. 

Migräne

Mit etwa 10 Millionen Betroffenen in Deutschland bildet Migräne die zweithäufigste primäre Kopfschmerzart direkt nach den Spannungskopfschmerzen. Migräneanfälle treten in der Regel einseitig auf. Die linke Kopfhälfte ist dabei weitaus häufiger betroffen als die rechte Seite. Die Schmerzattacken bei Migränekopfschmerz äußern sich durch pochende, hämmernde oder pulsierende Kopfschmerzen im Stirn- und Schläfenbereich. Die Schmerzen fangen in der Regel mäßig an und werden immer intensiver, bis ein gewisses Maximum erreicht ist. Diese Migräneschmerzen werden dann als sehr heftige Schmerzen wahrgenommen, wobei die Intensität individuell variiert. Migräne kann in manchen Fällen auch den gesamten Kopf betreffen. So berichten etwa 1/3 aller Migränebetroffenen von Schmerzen, die auf beiden Kopfhälften auftreten. Durchschnittlich beträgt die Dauer einer Migräneattacke 4-72 Stunden. Betroffene können zwischen 2 und 6 Mal im Monat von Migräneattacken betroffen sein. Bei chronischer Migräne treten diese Kopfschmerzen mindestens 15 Mal monatlich in drei aufeinander folgenden Monaten auf.

Neben den heftigen Schmerzen erleiden Betroffene häufig noch zusätzliche Begleitsymptome. Hierbei wird in Symptome unterschieden, die vor einer Migräneattacke auftreten und die während einer Attacke erscheinen. Symptome, die vor einer Migräneattacke auftauchen, nennt man auch „Aura“. Etwa 15 % der Migränebetroffenen berichten hierbei von Symptomen, die etwa 20-60 Minuten andauern und direkt vor einer Schmerzattacke auftreten. Sie zeigen den Betroffenen an, dass bald der Migräneschmerz folgen wird. Diese Symptome können z. B. Folgende sein:

  • Sehstörungen
  • Schleiersehen
  • Sprachstörung
  • Augenflimmern
  • Extremitätenlähmungen
  • Schwindel und/ oder Schwäche
  • Extremitätenkribbeln oder Finderspitzenkribbeln

Des Weiteren können Begleitsymptome auftreten, die mit den starken Schmerzen einhergehen. Diese Begleitsymptome können z. B. Folgende sein:

  • Übelkeit & Erbrechen
  • Geruchsüberempfindlichkeit
  • Lärm- und Lichtempfindlichkeit
  • Heftige, pulsierende, hämmernde Kopfschmerzen, die meistens einseitig links auftreten
Student mit Kopfschmerzen an der linken Kopfseite

Ursachen von Migräne

Genaue Ursachen von Migräne bleiben weitestgehend unentdeckt. Aufgrund des häufigen Auftretens von Migräne haben sich allerdings viele Forscher mit der Ursachenerforschung befasst. Es kommen immer wieder neue Theorien auf. Der derzeitige Stand der Wissenschaft besagt, dass die Ursache von Migräne auf einer wiederkehrenden Schmerzregulationsstörung im Gehirn liegt. Faktoren wie die erbliche Veranlagung sollen dabei konkrete Hirnzellen des Hirnstammes beeinflussen. Während eines Migräneanfalls sollen die Hirnzellen dadurch eine Überempfindlichkeit von Schmerzen an den Tag legen. Diese Schmerzüberempfindlichkeit kann sich dann auf den Trigeminusnerv ausweiten. Der Trigeminusnerv versorgt mit seinen abstreifenden Nervästen weitere Teile unseres Gehirns und Schädels, besonders im Gesicht. Die Äste befinden sich sehr nah an den Blutgefäßen, die unser Gehirn versorgen.

Durch die Reizung des Trigeminusnervs sollen somit fälschliche Schmerzsignale für eine bestimmte Botenstoffausschüttung sorgen. Diese Botenstoffe sind für die Blutgefäßerweiterung an unserem Kopf verantwortlich und sorgen so für Entzündungen. Durch diese Entzündungen sollen letztendlich die bekannten Migränesymptome entstehen. Kurz gesagt besagt die aktuelle wissenschaftliche Theorie, dass eine veränderte Reizverarbeitung unseres Gehirns, welche genetisch bedingt sein kann, zu Migräneattacken führt.

Therapie von Migräne

Bei akuten Migräneanfällen werden bestimmte Medikamente eingesetzt, die Triptane. Triptane werden ebenfalls bei Cluster-Kopfschmerzen verschrieben. Kommt es bei Migränebetroffenen zu sehr heftigen Attacken oder sind die Begleiterscheinungen, die mit der Migräne einhergehen, stark ausgeprägt, so wird eine Migräneprophylaxe angestrebt. Für eine Migräneprophylaxe werden regelmäßig und über einen länger anhaltenden Zeitraum konkrete Medikamente eingesetzt, die zur Migränevorbeugung dienen sollen. Es gibt dafür verschiedene Medikamentengruppen, welche alle durch einen Arzt verschrieben werden müssen.

Bei Migräne, welche leichter ausgeprägt ist, empfiehlt die deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zur Schmerzlinderung ein Kombipräparat aus medizinischem Koffein, Acetylsalicylsäure (ASS) sowie Paracetamol. Um die Wirksamkeit der Medikamente noch zu verbessern, wird nebenbei noch auf nicht medikamentöse Methoden eingegangen. Entspannungsübungen, Ausdauersport oder Biofeedback unterstützen Betroffene und lindern die Beschwerden.

Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen sind Kopfschmerzen, die nur einseitig auftreten. Sie können die linke Kopfhälfte sowie die rechte Seite betreffen. Bei diesem Kopfschmerztyp handelt es sich ebenfalls um primäre Kopfschmerzen. Die Schmerzen treten besonders hinter dem Auge, an der Stirn und an den Schläfen auf. Die Intensität ist stark bis sehr heftig und unaushaltbar. Im Vergleich zu Migräne kommen Cluster-Kopfschmerzen eher selten vor. In Deutschland sind rund 120.000 Menschen von Cluster-Kopfschmerzen betroffen. Das Wort „Cluster“ steht für „Häufigkeit“ und rührt daher, dass Cluster-Kopfschmerzen während eines Schmerzintervalls sehr oft auftreten können. Der episodische Cluster-Kopfschmerz verläuft in Intervallen. Während der Schmerzintervalle können Betroffene 1-2 Mal täglich an den unerträglichen Schmerzen leiden. Diese Intervalle können zwischen 2-8 Wochen anhalten. Daraufhin folgt normalerweise eine schmerzfreie Phase, in denen die Betroffenen komplett beschwerdefrei sind. Diese schmerzfreien Phasen können zwischen 2 Wochen bis zu einigen Jahren andauern. Beim Cluster-Kopfschmerz liegt der stärkste Schmerzpunkt direkt hinter dem Auge. Betroffene beschreiben die Schmerzen wie einen Nadelstich im Augenbereich. Die Schmerzen können allerdings auch die Stirn und die Schläfen betreffen und bis zum Kiefer oder zum Hinterkopf ausstrahlen. Begleitsymptome des Cluster-Kopfschmerzes sind z. B.:

  • Tränende Augen
  • Hängende Augenlider
  • Gerötete, trockene Augen
  • Kaltschweißigkeit im Gesicht
  • Eine verstopfte/ laufende Nase
  • Bewegungsdrang und körperliche Unruhe

Eine Schmerzattacke tritt immer relativ plötzlich auf und kommt ohne Vorwarnungen. Sie dauert durchschnittlich zwischen 15-180 Minuten. Die Cluster-Kopfschmerzattacken treten oft zu sehr ähnlichen Tageszeiten auf. Der häufigste Zeitpunkt des Schmerzeintritts befindet sich in den frühen Morgenstunden oder einige Stunden nach dem Einschlafen. Auch treten die Schmerzen häufiger in den Herbst- und Frühlingsmonaten auf. Bei Cluster-Kopfschmerzen tritt ein Verhältnis von Männern zu Frauen von 3:1 auf. Somit sind Männer häufiger von dieser Kopfschmerzform betroffen.

Cluster-Kopfschmerzen bleiben leider oft lange unerkannt. In der Regel kann es bis zu 5 Jahren dauern, bis Cluster-Kopfschmerzen bei Betroffenen diagnostiziert werden. Dadurch, dass viele Symptome ähnlich denen bei Migräne sind, wird von den Ärzten oftmals eher von Migräne ausgegangen. Die Therapie von Migräne hat jedoch keine effektive Wirkung bei Cluster-Kopfschmerzen. Betroffene haben durch die starken und unbehandelten Cluster-Kopfschmerzen oft mit einer Einschränkung der Lebensqualität zu kämpfen. Während einer Schmerzepisode sind viele Personen, die am Cluster-Kopfschmerz leiden, arbeitsunfähig. Auf lange Sicht kann ein unbehandelter oder falsch diagnostizierter Cluster-Kopfschmerz zu Depression und Erwerbsunfähigkeit führen.

Ursachen von Cluster-Kopfschmerzen

Die genauen Ursachen bleiben auch hier weitestgehend unerforscht. Forscher gehen davon aus, dass der Hypothalamus bei der Entstehung der Cluster-Kopfschmerzen eine wichtige Rolle spielt. Denn der Hypothalamus sorgt unter anderem für unseren sogenannten Schlaf-wach-Rhythmus. Störungen in diesem bestimmten Areal des Gehirns können die episodischen Schwankungen, welche bei den Cluster-Kopfschmerzen auftreten, erklären.

Des Weiteren gibt es aber auch bestimmte Trigger, die die Auslösung der Schmerzen begünstigen sollen. Dazu zählen z. B grelles Licht, der Genuss von Zigaretten und Alkohol, histaminreiche Lebensmittel (Schokolade, Milchprodukte) und Höhenluft.

Karl hat während der Arbeit Kopfschmerzen an der linken Kopfseite

Therapie von Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen sind nicht heilbar. Die Therapie bei dieser Kopfschmerzform zielt darauf ab, eine Linderung des Leidens herbeizuführen und die Schmerzattacken zu verringern.

Zur Akuttherapie wird als erste Wahl der Behandlung reiner Sauerstoff verschrieben. Dieser wird einem in Sauerstoffflaschen auf Rezept nach Hause geliefert und mithilfe einer Mund-Nasen-Maske kann der Sauerstoff dann bei akuten Schmerzen eingeatmet werden. Des Weiteren können Medikamente verordnet werden. Diese sind in der Regel sogenannte Triptane. Da bei Cluster-Kopfschmerzen eine schnelle Wirkung von schmerzlindernden Mitteln eintreten sollte, werden Triptane als Nasensprays oder Injektionen verabreicht.

Therapieverfahren wie Entspannungstechniken, Wärme- oder Kälteanwendungen, Massagen, Akupunktur oder Biofeedback helfen bei Cluster-Kopfschmerzen nicht!

Trigeminusneuralgie

Eine Trigeminusneuralgie beschreibt meistens chronische Schmerzen, die durch den Trigeminusnerv ausgelöst werden. Dieser Nerv ist für die Gefühlswahrnehmung im Gesicht sowie für die Schleimhäute (Mund und Nase) verantwortlich. Motorisch gesehen ist der Trigeminusnerv für die Motorik unserer Kaumuskulatur zuständig. Leidet eine betroffene Person an einer Trigeminusneuralgie, können die leichtesten Berührungen im Gesicht (z. B. Berührung, Luftzug, Rasieren, Kauen) zu sehr heftigen, aber nur einige Sekunden andauernden Schmerzen im Gesicht führen. Häufig treten die Schmerzen im Gesicht nur einseitig auf und können entweder die linke Seite oder die rechte Seite betreffen. Die Schmerzen sind im Stirn- und Schläfenbereich, hinter dem Auge oder am Kiefer und an der Oberlippe spürbar. Sie können auch die Augenbrauen betreffen.

Zu Beginn einer Schmerzattacke sind die Schmerzen erst leicht und steigern sich dann innerhalb von Sekunden auf ein Maximum. Die Schmerzen dauern in der Regel nicht länger als ein paar Minuten an. Meistens sogar eher nur Sekunden. Die Schmerzen sind jedoch so extrem, dass viele Betroffene Angst vor der Nahrungsaufnahme oder vor Berührungen haben. Die Schmerzen bei der Trigeminusneuralgie treten ebenfalls episodisch auf. Das bedeutet, dass Wochen oder Monate lang keine Beschwerden eintreten, bevor ein Schmerzintervall eintritt. Meistens tritt diese Erkrankung erst in einem höheren Lebensalter ab 50 Jahren auf. In der Statistik sind Frauen häufiger von Trigeminusneuralgien betroffen als Männer.

Ursachen der Trigeminusneuralgie

Die Ursache für eine klassische Trigeminusneuralgie wird durch eine Kompression benachbarter Blutgefäße gegeben, die auf den Trigeminusnerv drücken. Dadurch kommt es zur Schädigung der Myelinscheide des Nervs (Umhüllung des Nervs). Eine solche Kompression zwischen Blutgefäß und Nerv wird noch wahrscheinlicher, wenn sich die Wände der Arterien (Schlagadern) verdicken und starr werden. Dies ist z. B. bei einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) der Fall. Eine Arteriosklerose erhöht daher das Risiko, an einer Trigeminusneuralgie zu erkranken. In sehr seltenen Fällen kann eine Trigeminusneuralgie auch auf eine Gefäßmissbildung, Tumore oder Multiple Sklerose hindeuten.

Therapie der Trigeminusneuralgie

Häufig kann eine Trigeminusneuralgie nur operativ gelöst werden. Bei gesunden Menschen mit einem geringen Operationsrisiko wird häufig die mikrovaskuläre Dekompression angewandt. Hierfür setzt der behandelnde Arzt durch eine kleine Öffnung am Hinterkopf Telefonschwämme zwischen den Trigeminusnerv und das Blutgefäß. Dadurch wird eine erneute Kompression von Gefäß und Nerv verhindert. Nach dem Eingriff sind ca. 80 % der Betroffenen direkt schmerzfrei. Eine weitere Methode ist die perkutane Thermokoagulation. Dieses Verfahren eignet sich für Menschen mit einem erhöhten Operationsrisiko. Hierbei wird eine Sonde vom Arzt durch die Haut geschoben. Mit dieser Sonde können dann Schmerzfasern des Trigeminusnervs verödet werden. Etwa 90 % aller Betroffenen sind nach dieser Methode direkt schmerzfrei. Eine dritte Therapiemethode bietet das radiochirurgische Verfahren. Hierbei wird der Trigeminusnerv ganz nahe am Hirnstamm mit einer hohen Strahlendosis bestrahlt. Im Vergleich zu den anderen beiden Methoden gibt es hierbei weniger Komplikationen, die Erfolgsgarantien sind aber auch deutlich weniger.

Einige Betroffene sind davon überzeugt, dass Homöopathie ebenfalls bei einer Trigeminusneuralgie hilft. So werden dann verschiedene pflanzenbasierte Schmerzmittel oder Infrarotlichtlampen bei akuten Schmerzen eingesetzt.

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