Mann bekommt während der Arbeit Kopfschmerzen

Spannungs­kopfschmerzen

Kopfschmerzen können in verschiedenen Variationen auftrete. Sie können den gesamten Kopfbereich betreffen oder regional an Stirn, Schläfen oder Hinterkopf auftreten. Manchmal kann der Schmerz sogar bis hinter die Augen wandern. Wer an Kopfschmerzen leidet, hat häufig auch mit Konzentrationsschwierigkeiten zu tun, da die Schmerzen sehr belastend sein können. Kopfschmerzen lassen sich aufgrund ihrer Vielfältigkeit in verschiedene Arten einteilen. So wird grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen unterschieden, wobei diese weitere Unterklassifizierungen erhalten. Die häufigste Kopfschmerzform bildet der Spannungskopfschmer. Er wird von betroffenen als dumpfer und drückender Schmerz mit leichter bis mittelstarker Intensität erlebt. Was genau Spannungskopfschmerzen sind, wie sie entstehen und was man dagegen machen kann, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Spannungskopfschmerzen – was ist das?

Weltweit gesehen ist der Spannungskopfschmerz die häufigste Kopfschmerzform. Sie steht noch vor Migräne und dem Cluster Kopfschmerz. Laut dem Robert Koch Institut (RKI) waren im Jahr 2020 insgesamt 10,3 % aller Frauen von Spannungskopfschmerzen in Deutschland betroffen und 6,5 % der Männer. Und laut der Pressemitteilung der DMKG 2020 sind jährlich 78 % aller Europäer mindestens einmal in ihrem Leben von Spannungskopfschmerzen betroffen. Bei dieser Kopfschmerzform handelt es sich um diffuse (unspezifische) Kopfschmerzen, die nicht mit organischen Erkrankungen im Zusammenhang stehen und sich auch nicht auf die Blutgefäße beziehen. Daher gehören Spannungskopfschmerzen zu den primären Kopfschmerzarten.

Betroffene, die an Spannungskopfschmerzen leiden, verspüren leichte bis mittelstarke Schmerzen im Stirnbereich sowie an beiden Schläfen. Häufig strahlen die Schmerzen vom Hinterkopf oder auch den Schläfen aus und wandern bis hin zur Stirn. Nicht selten wandern die Schmerzen sogar bis hinter die Augen. Spannungskopfschmerzen können aber auch an der Stirn ihren Ursprung finden und sich dann über die beiden Schläfen bis zum Hinterkopfbereich ausbreiten. Typisiert wird der Spannungskopfschmerz durch einen dumpfen und nicht pulsierenden Druck an den beschriebenen Kopfbereichen. Zudem können einige Betroffene zusätzlich an Licht- und Lärmempfindlichkeit leiden. Sportliche Aktivität scheint allerdings Linderung bei Spannungskopfschmerzen zu bieten. Viele Betroffene bemerken eine Besserung, sobald Sie körperlich aktiv sind.

Der häufigste Auslöser für Spannungskopfschmerzen sind Verspannungen des Nacken-, Schulter- oder Hinterkopfbereiches. Aber auch Stresszustände und Angst sowie eine grundsätzlich schlechte Körperhaltung können zu diesen Kopfschmerzen führen, weshalb ein Synonym für Spannungskopfschmerz auch Stresskopfschmerz ist. Am weitesten verbreitet ist der episodische Verlauf der Spannungskopfschmerzen. Das bedeutet, dass dieses Schmerzen kurzzeitig auftreten und dann über längere Zeit verschwinden. Durchschnittlich hält eine Episode der Kopfschmerzen zwischen 30 Minuten und einigen Tagen am Stück an. Wer an Spannungskopfschmerzen leidet, die länger als drei Monate anhalten und dabei mindestens 15 Tage im Monat auftreten, leidet an chronischen Spannungskopfschmerzen. Die chronische Form ist eher selten und sollte in jedem Fall durch einen Arzt abgeklärt werden.

Mann sitzt am laptop und hat Spannungskopfschmerzen

Ursachen von Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen entstehen durch Muskelverspannungen, die meistens im Nacken- und Schulterbereich auftreten. Bis heute ist jedoch nicht geklärt, was bei den Verspannungen genau die Kopfschmerzen verursacht. Experten vermuten, dass Spannungskopfschmerzen bei Betroffenen entstehen, wenn eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit in der Kopfmuskulatur gegeben ist. Ein Zusammentreffen mehrerer Faktoren kann Muskelverspannungen begünstigen. Treten diese Faktoren häufiger auf, so werden die Schmerzzentren des Gehirns aktiviert. Die Schmerzen befinden sich aber nicht direkt im Gehirn, denn dieses ist unser einziges Organ, welches komplett schmerzunempfindlich ist. Das Schmerzzentrum im Gehirn sagt uns lediglich, wo sich Schmerzen befinden und gibt an, wie unser Körper darauf reagiert. Im Zusammenhang mit einer erhöhten Schmerzsensibilität in der Kopfmuskulatur kommt es dann zu einer Störung in der körpereigenen Schmerzverarbeitung. Das führt im Endeffekt dazu, dass die Informationen über die verspannten Muskeln nicht wie normalerweise im Hintergrund verarbeitet werden. Sie werden als Schmerzreize wahrgenommen.

Faktoren, die die Muskelverspannung im Schulter- und Nackenbereich begünstigen, sind:

  • Emotionaler Stress
  • Schlafmangel / Übermüdung
  • Dauerhaft schlechte Körperhaltung
  • Innere Unruhen und Angstzustände
  • Die Rückenmuskulatur wird einseitig belastet (sitzen im Büro)

Symptome von Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen äußern sich normalerweise durch typische Beschwerden, die sich gut von anderen Kopfschmerzformen abgrenzen lassen. Dabei dauert eine Kopfschmerzepisode zwischen 30 Minuten und einigen Tagen an. Betroffene beschreiben ihren Kopfschmerz als drückende, dumpfe Schmerzen mit leichter bis mittelstarker Intensität. Viele Betroffene berichten von einem Gefühl, als würde ein starkes Druckgefühl von außen auf ihren Kopf einwirken. Oftmals beginnt der Spannungskopfschmerz im Nackenbereich und wandert von dort weiter zum Kopf. Am Kopf können die Schmerzen entweder vom Hinterkopf ausgehen und sich bis zur Stirn hinziehen oder an der Stirn anfangen und sich bis zum Hinterkopf ausbreiten. Meistens kann direkt ein Zusammenhang von Nackenschmerzen und den entstandenen Kopfschmerzen hergestellt werden. Zusammenfassend können Spannungskopfschmerzen an folgenden Symptomen erkannt werden:

  • Kopfschmerzen, die beidseitig am Kopf auftreten.
  • Leichte bis mittelstarke Intensität der Kopfschmerzen.
  • Körperliche Aktivitäten lassen sich durchführen und führen sogar zu Linderung.
  • Drückende, dumpfe Schmerzen, die sich anfühlen wie ein Druck, der von Außen auf den Kopf einwirkt.
  • Begleiterscheinungen wie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Keine Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Erbrechen.

Chronische Spannungskopfschmerzen

Leidet man mindestens 15 Tage im Monat an mindestens drei aufeinanderfolgenden Monaten an Spannungskopfschmerzen, handelt es sich um die chronische Form dieser Kopfschmerzart. Grund für diese chronischen Spannungskopfschmerzen ist die Ausbildung eines gewissen Schmerzgedächtnisses. Dabei passt sich der Nervensystemaufbau an die Schmerzen an. Die Schmerzzellen werden im Endeffekt empfindlicher und spüren Schmerzen schneller als bei gesunden Menschen. Dadurch werden bereits bei geringen oder sogar überhaupt nicht vorhandenen Reizen der Nerven Schmerzsignale an unser Gehirn übermittelt. Es wurde eine genetische Veranlagung zu chronischen Kopfschmerzen bei Verwandten des ersten Grades nachgewiesen. Dadurch erhöht sich das Risiko, an chronischen Spannungskopfschmerzen zu erkranken, um das Dreifache, wenn Verwandte des ersten Grades ebenfalls an chronischen Spannungskopfschmerzen leiden.

Was hilft gegen Spannungskopfschmerzen?

Um Spannungskopfschmerzen, welche überwiegend durch Muskelverspannungen entstehen, zu lindern und ebenfalls einer Chronifizierung entgegenzuwirken, ist eine richtige Therapie ausschlaggebend. Um eine effektive Behandlung für sich zu finden, ist es daher wichtig, zunächst alle möglichen Auslöser der Spannungskopfschmerzen zu identifizieren, – steht man häufig unter Stress? Hat man eventuell eine falsche Haltung? Bekommt man genügend Schlaf? Aber auch Ursachen wie Infektionen, Medikamenteneinnahmen oder Bluthochdruck können zu Kopfschmerzen führen. Hierbei handelt es sich dann um medikamentenindizierte Kopfschmerzen oder infektionsbedingte Kopfschmerzen. Um diese Kopfschmerzursachen auszuschließen, sollte man sich ärztlich einmal untersuchen und beraten lassen. Sind andere Erkrankungen nicht der Auslöser der Kopfschmerzen, so handelt es sich meistens um Spannungskopfschmerzen, welche durch folgende Therapien gelindert werden können:

  • Reduzierung von Stress
  • Anwendung von Kälte oder Wärme
  • Massagen des Nacken- und Schulterbereiches
  • Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation
  • Sport oder Ausdauertraining (um Verspannungen zu lösen)
  • Richtige Sitzpositionen, besonders bei der Arbeit im Büro und in generell sitzenden Tätigkeiten

Diese Methoden können Spannungskopfschmerzen lindern und dabei helfen, einem erneuten Auftreten der Schmerzen vorzubeugen. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel zu Hausmitteln bei Kopfschmerzen. Bei akuten Kopfschmerzen können zusätzlich leichte Schmerzmedikamente eingenommen werden wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Leichte bis mittelstarke Spannungskopfschmerzen lassen sich mit rezeptfreien Schmerzmedikamenten oftmals schnell in den Griff bekommen.

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