Junge hat Kopfschmerzen am Hinterkopf

Kopfschmerzen am Hinterkopf

Kaum jemand bleibt vor Kopfschmerzen verschont. Am sogenannten Spannungskopfschmerz leiden laut der DMKG (2020) 78 % aller Europäer mindestens einmal im Leben. Die meisten Menschen denken beim Kopfschmerz direkt an Schmerzen an der Stirn, an den Schläfen oder im Augenbereich. Jedoch können Kopfschmerzen auch ganz andere Kopfregionen betreffen wie den Hinterkopf. Häufig machen sich Menschen schnell Sorgen, wenn es zu Hinterkopfschmerzen kommt. Diese sind jedoch in den meisten Fällen kein Anzeichen einer schweren Krankheit, sondern werden lediglich durch Muskelverspannungen oder einen eingeklemmten Nerv ausgelöst. Sie zählen ebenfalls zu den Spannungskopfschmerzen, welcher der primären Kopfschmerzkategorie zugeordnet sind. Was es mit Hinterkopfschmerzen auf sich hat, wie sie entstehen und wie man sie behandelt, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Kopfschmerz am Hinterkopf – was ist das?

Kopfschmerzen am Hinterkopf lassen sich in den meisten Fällen zu den Spannungskopfschmerzen zählen. Diese Form der Kopfschmerzen ist die häufigste primäre Kopfschmerzart. Laut einem Report des Robert Koch Instituts aus dem Jahr 2020 liegt in Deutschland der Prozentsatz der Frauen mit Spannungskopfschmerzen bei 10,3 % und der Prozentsatz der Männer bei 6,5 %. Spannungskopfschmerzen sind, wie der Name es schon sagt, hauptsächlich auf Verspannungen der Muskulatur zurückzuführen.

Hinterkopfschmerzen können einseitig oder beidseitig auftreten. Denn auf jeder Hinterkopfseite verlaufen die sogenannten Okzipitalnerven: Okzipital minor, Okzipital major und Okzipital tertius. Der Nerv Okzipital major verläuft durch den Trapezmuskel. Verspannungen in diesem Bereich können sich dann auf den Nerven auswirken und zu Hinterkopfschmerzen führen. Ob die Schmerzen beidseitig oder einseitig auftreten, liegt also daran, welcher Nerv betroffen ist. Wenn Sie z. B. in der linken Nackenmuskulatur Verspannungen aufweisen, so kann es zu linksseitigen Hinterkopfschmerzen kommen. Bei der sogenannten Okzipitalneuralgie ist in den meisten Fällen nur eine Hinterkopfseite betroffen.

Betroffene verspüren Kopfschmerzen am Hinterkopf als ziehende, leichte bis mäßige Schmerzen. Die Hinterkopfschmerzen können sich aber auch nach oben zur Kopfmitte hin ausbreiten oder in den Bereich der Schläfen bis hin zu den Augen und zur Stirn wandern. Eine Kopfschmerzepisode dauert in der Regel zwischen 30 Minuten und einigen Tagen. Danach verschwinden die Kopfschmerzen für eine gewisse Zeit. Sollten die Kopfschmerzen am Hinterkopf über mindestens 15 Tage im Monat auftreten und dabei drei Monate am Stück betreffen, so handelt es sich um chronische Spannungskopfschmerzen. Ist dies der Fall, wird geraten, einen Arzt aufzusuchen.

Schüler kommt nachhause wegen seine Kopfschmerzen am Hinterkopf

Schmerzen am Hinterkopf – Symptome

Schmerzen am Hinterkopf lassen sich häufig in die Kategorie der Spannungskopfschmerzen zählen. Die Hinterkopfschmerzen fühlen sich oftmals dumpf, pulsierend und ziehend an. Sie können vom Hinterkopf in andere Regionen wie die Schläfen, den Augenbereich und die Stirn ausstrahlen. Betroffene beschreiben das Gefühl von Hinterkopfschmerzen oft als Gefühl einen zu engen Hut zutragen. Zudem leiden Betroffene neben den Schmerzen manchmal an Licht- oder Lärmempfindlichkeit. Am häufigsten sind beide Hinterkopfseiten von den Schmerzen betroffen, am zweithäufigsten ist nur die rechte Seite schmerzend und am seltensten nur die linke Hinterkopfseite. Zusammenfassend lassen sich Hinterkopfschmerzen, die zu den Spannungskopfschmerzen zählen, folgend beschreiben:

  • Die Schmerzen weisen nur eine leichte bis mäßige Intensität auf.
  • Die Schmerzen treten häufig beidseitig oder nur rechtsseitig am Kopf auf.
  • Steckende, drückende oder pulsierende Schmerzen. Oftmals fühlt es sich an, als würde ein zu enger Hut getragen werden.
  • Begleiterscheinungen können Licht- und/oder Lärmempfindlichkeit sein. Kommen andere Begleiterscheinungen hinzu, handelt es sich möglicherweise um einen Notfall (siehe Schmerzen am Hinterkopf – Ursachen).

Migräne kann in manchen Fällen ebenfalls zu Hinterkopfschmerzen führen. Im Gegensatz zu den Spannungskopfschmerzen verspüren Betroffene die Schmerzen am Hinterkopf dann auf der linken Kopfseite. Die Migräneschmerzen beginnen dabei vorne am Kopf und ziehen sich über die linke Schläfenseite bis an den Hinterkopf.

Kopfschmerzen am Hinterkopf – Ursachen

In den meisten Fällen haben Kopfschmerzen am Hinterkopf keine schwerwiegenden Ursachen. Oftmals sind Muskelverspannungen oder ein eingeklemmter Nerv der Auslöser für die lästigen Kopfschmerzen. Diese primären Hinterkopfschmerzen zählt man zu den Spannungskopfschmerzen. Es kann jedoch in wenigen Fällen auch sein, dass ein medizinischer Notfall vorliegt. Handelt es sich um einen Schlaganfall, um Hirnhautentzündungen oder Gehirnblutungen, so kann es auch zu Schmerzen am Hinterkopf kommen und es sollte sofort ein Notarzt gerufen werden. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die unterschiedlichen Ursachen für Schmerzen am Hinterkopf. 

1. Primäre Schmerzen am Hinterkopf– Spannungskopfschmerzen

Kopfschmerzen am Hinterkopf können in den meisten Fällen dem Spannungskopfschmerz zugeordnet werden. Spannungskopfschmerzen zählen zu den primären Kopfschmerzformen. Das bedeutet, dass ihnen keine organische anderweitige Erkrankung zugrunde liegt. Primäre Kopfschmerzen bilden ein eigenständiges Krankheitsbild. Spannungskopfschmerzen gehen typischerweise auf Muskelverspannungen des Nackenbereiches oder auf einen eingeklemmten Nerv zurück. Aber auch Rückenmuskelverspannungen oder Verspannungen der Kiefermuskeln können der Auslöser sein. Der Grund für häufige Verspannungen liegt in unserem heutigen Bewegungsverhalten, welches deutlich zu wenig und einseitig ist. Durch stundenlanges Sitzen am Tag bei der Arbeit, im Homeoffice, im Auto oder abends vor dem Fernseher sind wir umringt von dauerhaften Bewegungskillern. Unsere Muskeln und die dazugehörigen Faszien gewöhnen sich an diesen Bewegungsmangel sowie die dazu einseitig genutzte Muskulatur. Muskulär-fasziale Verspannungen oder die Einklemmung oder Überreizung der Okzipitalnerven (Okzipitalneuralgie) sind die Folge.

Es gibt aber auch bestimmte Faktoren, die Verspannungen neben dem Bewegungsmangel und falscher Belastung noch begünstigen. Dazu zählen unter anderem emotionaler Stress, Angst und innere Unruhen sowie Schlafmangel. Trotz dem Wissen darüber, dass Verspannungen häufig der Auslöser für Spannungskopfschmerzen sind, kann bisher nicht belegt werden, wie die Verspannungen im Endeffekt zu den Kopfschmerzen führen. Es wird davon ausgegangen, dass es zu einer Störung in der Schmerzentstehung, der Weiterleitung des Schmerzempfindens und in der Schmerzhemmung kommt. Diese sollen im Zusammenhang mit einer erhöhten Schmerzsensibilität der Kopfmuskulatur stehen. Bei Kopfschmerzen des Hinterkopfes, die zu dem primären Feld der Spannungskopfschmerzen gezählt werden können, brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Sie lassen sich mit verschiedenen Behandlungen wie Kälte- oder Wärmetherapien, sportlicher Aktivität, Massagen oder leichten Schmerzmitteln in den Griff bekommen.

2. Sekundäre Schmerzen am Hinterkopf

Neben den eben genannten Auslösern für Schmerzen am Hinterkopf kann es aber auch sein, dass eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und die Ursache der Kopfschmerzen bildet. Ist dies der Fall, so handelt es sich um sekundäre Kopfschmerzen. Das heißt, dass eine organische Erkrankung mit den Kopfschmerzen in Verbindung steht und es sich bei den Kopfschmerzen um kein eigenes Krankheitsbild handelt. Mögliche Erkrankungen, die bei Hinterkopfschmerzen vorliegen, sind unter anderem:

  • Bei traumatischen Kopfverletzungen (z. B. durch Unfälle, Stürze oder Schläge)
  • Bei einem Bandscheibenvorfall (besonders an der Halswirbelsäule)
  • Durch nächtliches Zähneknirschen (auch Bruxismus genannt)
  • Bei Hirnhautentzündungen
  • Bei einem Schlaganfall
  • Bei Gehirnblutungen

Bei Letzteren drei Punkten sollten Sie umgehend einen Notarzt verständigen!

  • Symptome für einen Schlaganfall sind neben Kopfschmerzen Gang-, Seh- oder Sprachstörungen, Halbseitenlähmungen und Schwindel.
  • Symptome bei einer Hirnblutung sind Übelkeit/Erbrechen, Benommenheit/Bewusstlosigkeit, Halbseitenlähmung und Schwindel.
  • Symptome bei Hirnhautentzündungen sind grippeähnliche Symptome und hohes Fieber.
Junge beim behandeln von Kopfschmerzen am Hinterkopf

Wann sollte man bei Kopfschmerzen am Hinterkopf zum Arzt gehen?

Wie gerade beschrieben, sind die meisten Ursachen für Schmerzen am Hinterkopf harmlos und können mit einfachen Mitteln gelindert werden. Bei folgenden Symptomen sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen, auch wenn es sich um keinen Notfall handelt:

  • Wenn Ihre Kopfschmerzen das erste Mal auftreten und dazu einige Tage lang anhalten.
  • Wenn Sie ihren gewohnten Aktivitäten aufgrund der Kopfschmerzen nicht mehr nachgehen können.
  • Wenn Ihre Kopfschmerzen eine sehr starke Intensität aufweisen.
  • Wenn Ihre Kopfschmerzen chronisch geworden sind.

Wie können Kopfschmerzen am Hinterkopf behandelt werden?

Da es sich bei Kopfschmerzen am Hinterkopf meistens um Spannungskopfschmerzen handelt, kann hier mit einfachen Hausmitteln oder auch leichten Schmerzmedikamenten geholfen werden. Gleichzeitig können Sie mit frühen Gegenmaßnahmen zu den Kopfschmerzen einer Chronifizierung vorbeugen. Um eine effektive Therapie für Ihre Kopfschmerzen ausfindig zu machen, sollten Sie sich bewusst werden, was die Auslöser sein können. Haben Sie z. B. eine überwiegend sitzende Tätigkeit? Bekommen Sie ausreichend Schlaf? Stehen Sie dauerhaft unter emotionalem Stress? Kopfschmerzen am Hinterkopf können manchmal auch aufgrund von dauerhafter Medikamenteneinnahme (medikamenteninduzierter Kopfschmerz) oder infektionsbedingt auftreten. Sprechen Sie hierfür am besten mit einem Arzt, um diese Ursachen auszuschließen. Handelt es sich tatsächlich um Spannungskopfschmerzen, so können Sie diese dann mit folgenden Therapieansätzen in den Griff bekommen:

  • Wärmetherapie zur Lösung von Verspannungen (z. B. ein warmes Vollbad oder Fußbad, ein heißes Körnerkissen im Nacken)
  • Kältetherapie zur Schmerzlinderung (z. B. kalte Wadenwickel, kühle Stirnkompressen, kühle Armkompressen)
  • Massagen im Nacken-, Rücken- und Schulterbereich zur Lösung von Muskelverspannungen und zur Lockerung der Faszien.
  • Entspannungstechniken, um Stress zu reduzieren (z. B. Meditation oder Yoga).
  • Achten Sie auf richtige Sitzpositionen und die richtige Einstellung von Bürostühlen sowie Schreibtischen.
  • Physiotherapie oder Akupunktur können bei Verspannungen der Muskeln sowie Überreizung der Nerven helfen.
  • Ätherische Öle wie Pfefferminzöl auf schmerzende Punkte einmassieren. Diese wirken schnell und effizient.

Bei akutem Auftreten von Schmerzen am Hinterkopf können zusätzlich Medikamente mit den Inhaltsstoffen Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) eingenommen werden. Diese sind rezeptfrei in allen Apotheken erhältlich und verschaffen bei Spannungskopfschmerzen schnelle Schmerzlinderung. Handelt es sich um migränebedingte Hinterkopfschmerzen, wird von der DMKG (Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft) empfohlen, Präparate mit den Wirkstoffen Koffein, Paracetamol und ASS einzunehmen.

Handelt es sich um sekundäre Kopfschmerzen, so sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden. Bei Hinterkopfschmerzen, die mit einem Notfall im Zusammenhang stehen, rufen Sie sofort einen Notarzt! Beispiele hierfür sind Schlaganfälle, Hirnblutungen oder Hirnhautentzündungen.

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