Das Flimmern setzt ein, Zickzacklinien wandern durchs Sichtfeld, eine Hand kribbelt. Und dann kommt der Schmerz. Wer eine Migräne kennt, weiß: Das ist kein gewöhnlicher Kopfschmerz. Es ist ein neurologisches Ereignis und es stellt Betroffene immer wieder vor dieselbe wichtige Frage: Was tun bei Migräne mit Aura und einer beginnenden Attacke?
Wir von Kopfschmerzen Frei erklären dir, was bei einer Migräne mit Aura zu tun ist, was genau in deinem Körper passiert, welche Sofortmaßnahmen wirklich helfen, was du langfristig tun kannst und wann ärztlicher Rat unbedingt erforderlich ist.
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Das Wichtigste in Kürze
- Symptome: Sehstörungen, Kribbeln, Sprachstörungen vor oder während der Kopfschmerzen; Aura dauert meist 20–60 Minuten
- Auslöser: Stress, Schlafmangel, hormonelle Schwankungen, bestimmte Lebensmittel, Licht- oder Wetterreize
- Sofortmaßnahmen: Rückzug, Ruhe, Kühlung, früh Schmerzmittel oder Triptane nehmen
- Vorbeugung: Trigger meiden, regelmäßige Bewegung, Magnesium, Stressmanagement, Schlafrhythmus stabilisieren
- Zum Arzt, wenn: Aura erstmals auftritt, sehr lange anhält oder von Lähmungen begleitet wird
Definition: Was ist Migräne mit Aura und was tut das Gehirn dabei?
Die Migräne mit Aura unterscheidet sich von der Variante ohne Aura durch eine vorausgehende neurologische Phase. Was dabei im Gehirn abläuft, ist gut beschreibbar: Eine Welle elektrischer Aktivität breitet sich über den Kortex aus. Sie verändert kurzzeitig, wie das Gehirn Reize verarbeitet. Das Ergebnis sind die typischen Wahrnehmungsstörungen, bevor der eigentliche Kopfschmerz einsetzt.
Das Wissen darüber hilft dir, gezielt zu handeln – denn je besser du den Ablauf kennst, desto klarer weißt du, was bei einer Migräne mit Aura zu tun ist. Und wer früh reagiert, hat deutlich bessere Karten.
Symptome und Ablauf einer Attacke
Um zu wissen, was du bei einer Migräne mit Aura tun sollst, musst du natürlich die Symptome kennen und sie vor allem so früh wie möglich wahrnehmen. Sie sind vielschichtig und von Person zu Person unterschiedlich ausgeprägt. Am häufigsten kommen visuelle Störungen wie Flimmern, Blitze, Zickzacklinien oder Gesichtsfeldausfälle vor. Die Sehwahrnehmung kann so stark beeinträchtigt sein, dass kurzfristig ein Teil des Gesichtsfelds ausfällt. Gerade das veränderte Sehen ist für viele Betroffene das erste und beunruhigendste Zeichen einer nahenden Attacke.
Daneben können Kribbeln oder Taubheitsgefühle in Händen, Armen oder im Gesicht auftreten, ebenso Sprachstörungen oder Wortfindungsprobleme. Manche Betroffene erleben auch eine Migräne mit Aura ohne Kopfschmerzen (stille Migräne): Die neurologischen Symptome kommen, aber der typische Schmerz bleibt aus. Das kann die Einordnung erschweren und sollte beim ersten Auftreten immer ärztlich abgeklärt werden.
Wie lange hält das alles an? Die Dauer ist von Phase zu Phase verschieden: Die Aura selbst klingt in der Regel nach 20 bis 60 Minuten wieder ab. Die anschließende Kopfschmerzphase kann wenige Stunden bis zu drei Tagen andauern. Danach folgt oft eine Erschöpfungsphase, bevor sich der Körper vollständig erholt.
Typische Auslöser für Migräne mit Aura erkennen und gezielt vermeiden
Wer weiß, was eine Attacke auslöst, hat einen entscheidenden Vorteil. Die Frage, was bei Migräne mit Aura zu tun ist, fängt nicht erst im Anfall an – sie beginnt damit, die eigenen Trigger zu kennen und konsequent zu dokumentieren. Was als Auslöser infrage kommt, ist von Mensch zu Mensch verschieden, aber einige Muster kehren häufig wieder:
- Stress und Entspannung danach: Viele Betroffene kennen das „Wochenendphänomen“ – die Attacke setzt ein, wenn die Anspannung nachlässt. Wie Migräne durch Stress entsteht und was du dagegen tun kannst, haben wir gesondert zusammengefasst.
- Schlafveränderungen: Zu wenig, zu viel oder unregelmäßiger Schlaf kann eine Attacke triggern.
- Hormonelle Schwankungen: Besonders Frauen berichten, dass sich Attacken rund um den Zyklus häufen.
- Bestimmte Lebensmittel: Rotwein, gereifter Käse, Schokolade oder Koffeinentzug werden häufig genannt.
- Sinnesreize: Grelles Licht, starke Gerüche oder Wetterveränderungen können ebenfalls als Auslöser wirken.
- Verspannungen im Nacken: Auch muskuläre Spannung in der Halswirbelsäule spielt eine Rolle – mehr dazu im Beitrag über den Zusammenhang zwischen Halswirbelsäule und Migräne mit Aura.
Ein Kopfschmerztagebuch ist hier das praktischste Werkzeug: Notiere nach jeder Attacke, was in den Stunden davor passiert ist – Schlaf, Essen, Stresslevel, Wetter. Muster zeigen sich oft erst nach einigen Wochen.
Migräne mit Aura: Was tun, wenn der Anfall beginnt?
Die Aura ist gleichzeitig Warnsignal und Zeitfenster. Viele Betroffene nutzen genau diesen Moment, bevor der Kopfschmerz einsetzt, für die ersten Maßnahmen. Wer weiß, was bei einer Migräne mit Aura zu tun ist und früh eingreift, kann den Verlauf der Attacke oft spürbar beeinflussen.
Rückzug und Reizabschirmung: Ziehe dich so schnell wie möglich an einen ruhigen, abgedunkelten Ort zurück. Lärm, Licht und Bewegung verstärken die Übelkeit und den Schmerz.
Kühlen: Ein kühles Tuch oder ein Kühlpad auf Stirn oder Nacken kann den Schmerz lindern. Manchen hilft Wärme im Nackenbereich besser – probiere aus, was bei dir wirkt.
Trinken: Dehydrierung verschlimmert Migräneattacken spürbar. Trinke ruhig einen halben Liter Wasser, sobald du die ersten Zeichen bemerkst.
Ruhe, kein Bildschirm: Verzichte während der Attacke auf Handy und Bildschirm, denn die Reize verschlechtern die Situation enorm.
Atemübungen oder progressive Muskelentspannung: Tiefes, ruhiges Atmen kann helfen, das Nervensystem zu beruhigen und die Intensität der Attacke abzumildern. Weitere Hausmittel gegen Kopfschmerzen findest du in unserem Beitrag.
Wer früh reagiert, kann eine Attacke in vielen Fällen abkürzen oder zumindest in der Intensität dämpfen – die Aura gibt dir dafür das Zeitfenster. Was bei Migräne mit Aura zu tun ist, hängt aber auch davon ab, in welcher Phase der Attacke du dich befindest.
Medikamente und Triptane – wann sie sinnvoll sind
Ob man bei einer Migräne mit Aura Tabletten nehmen sollte, ist eine der häufigsten Fragen. Klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen oder ASS wirken am besten, wenn sie früh in der Kopfschmerzphase eingenommen werden, nicht während der Aura selbst.
Triptane sind die spezifischsten Migränemittel und zeigen bei vielen Betroffenen eine deutlich stärkere Wirkung als klassische Schmerzmittel. Auch diese sollten möglichst früh, also beim ersten Auftreten des Kopfschmerzes, eingenommen werden. Wichtig: Triptane sind verschreibungspflichtig und erfordern eine ärztliche Diagnose. Außerdem gilt für alle Schmerzmittel: Wer sie zu häufig nimmt, riskiert einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz.
Weitere Informationen zu den verschiedenen Migräne-Behandlungsmöglichkeiten haben wir gesondert zusammengestellt.
Migräne mit Aura: Was du tun kannst, um vorzubeugen
Vorbeugung ist oft wirkungsvoller als jede Akutmaßnahme und wer sich fragt, was bei Migräne mit Aura zu tun ist, sollte genau hier ansetzen. Denn die Zeit zwischen den Attacken ist die Zeit, in der du wirklich etwas verändern kannst.
Magnesium: Magnesium hat sich in der Praxis vieler Betroffener bewährt. Eine regelmäßige Supplementierung kann die Häufigkeit und Intensität von Attacken reduzieren. Die Einnahme sollte mit einem Arzt abgesprochen werden, da die sinnvolle Dosierung individuell verschieden ist.
Regelmäßige Bewegung: Moderates Ausdauertraining wie Spaziergänge, Schwimmen oder Radfahren stabilisiert das Nervensystem und senkt nachweislich die Anfallshäufigkeit. Intensiver Sport kann dagegen selbst zum Auslöser werden.
Stabiler Schlafrhythmus: Gehe möglichst immer zur gleichen Zeit schlafen und stehe zur gleichen Zeit auf – auch am Wochenende. Schlafveränderungen gehören zu den verlässlichsten Triggern.
Stressmanagement: Techniken wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Meditation helfen, das Grundstressniveau zu senken. Das reduziert die Häufigkeit von Attacken langfristig.
Trigger konsequent meiden: Was dein Tagebuch als Auslöser identifiziert hat, solltest du so weit wie möglich aus deinem Alltag heraushalten.
Die Frage, was bei Migräne mit Aura wirklich zu tun ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, aber es gibt klare Ansatzpunkte, die sogar im Voraus einen positiven Einfluss haben können.
Besondere Situationen: Schwangerschaft, Schlaganfallrisiko & Co.
Einige Fragen rund um Migräne mit Aura und was zu tun ist, tauchen besonders häufig auf. Folgende Situationen verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit.
Migräne und Schlaganfall
Die Frage, ob eine Migräne mit Aura Schlaganfall-ähnliche Symptome verursachen kann, ist berechtigt, denn die Überlappung ist real. Eine Aura kann sich ähnlich anfühlen wie ein TIA (transitorische ischämische Attacke). Grundsätzlich gilt: Wenn Symptome wie Lähmungen, Sprachausfall oder Sehverlust erstmals auftreten oder länger anhalten, solltest du sofort den Notruf rufen. Auch bekannte Auramuster können sich verändern – das sollte immer ärztlich eingeordnet werden.
Ist Migräne mit Aura gefährlich?
In den meisten Fällen nicht – die Aura ist unangenehm, aber vorübergehend. Trotzdem erhöht sie bei bestimmten Risikogruppen, vor allem bei Frauen, die rauchen und hormonelle Verhütung nutzen, statistisch das Schlaganfallrisiko. Diese Kombination sollte mit einem Arzt besprochen werden.
Migräne mit Aura & Schwangerschaft
Diese Kombination stellt Betroffene vor besondere Herausforderungen, denn die meisten gängigen Migränemittel sind in dieser Zeit nicht erlaubt. Viele Frauen berichten, dass sich ihre Migräne im zweiten und dritten Trimester verbessert – andere erleben keine Veränderung oder sogar eine Verschlechterung. Welche Maßnahmen unbedenklich sind, solltest du unbedingt mit deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen sowie einer neurologischen Fachkraft besprechen.
Was du langfristig gegen Migräne mit Aura tun kannst
Was bei Migräne mit Aura zu tun ist, hat viele Ebenen: Sofortmaßnahmen im Anfall, Triggerarbeit im Alltag, Vorbeugung durch Lebensstil und gegebenenfalls Medikamente. Wer all das konsequent angeht, nimmt der Erkrankung ein Stück weit die Kontrolle über den eigenen Alltag.
Wer aber trotzdem immer wieder unter Attacken leidet und nach einer natürlichen Alternative zu Dauermedikation sucht, für den haben wir von Kopfschmerzen Frei eine eigene Methode entwickelt. Sie setzt an den Ursachen an – nicht nur an den Symptomen. Viele Betroffene berichten schon nach zwei Wochen von spürbarer Verbesserung.



