Karl während hat während der Arbeit Kopfschmerzen an der linken Kopfseite

Migräne Piercing

Das Migräne Piercing gehört zu den alternativen Behandlungsmethoden und seine Wirksamkeit ist umstritten. Doch wer den durch Migräne ausgelösten Leidensdruck kennt, ist mehr als offen für verschiedene Behandlungsansätze, die Linderung verschaffen.

Jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens mit Sicherheit schon mal an Kopfschmerzen gelitten. Aber wann sind Kopfschmerzen keine normalen Kopfschmerzen mehr und werden als Migräne bezeichnet? Statistisch gesehen leidet in Deutschland etwa jeder zehnte Erwachsene unter Migräne. Frauen sind von Migräne sogar noch häufiger betroffen als Männer. Grundsätzlich treten die Schmerzen bei Migräne nur auf einer Seite des Kopfes auf. Obwohl viele nicht betroffene Migräne als heftige Kopfschmerzen abtun, ist Migräne nicht zu unterschätzen. Migräne gehört zu den chronischen Krankheiten, welche am häufigsten auftreten.

Warum jemand an Migräne leidet, ist bisher nicht bekannt. Vieles deutet zwar auf eine genetische Störung von Nervenzellen und deren Oberfläche hin, weshalb Migränepatienten empfänglicher für auf äußerliche Reize wie gesunde Menschen reagieren. Dies kann aber nicht der einzige Grund einer Migräneattacke sein. Erst wenn Trigger wie Stress oder Schlafmangel dazukommen, wird eine Migräne ausgelöst.  Was es mit dem Migräne Piercing auf sich hat, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist Migräne?

Migräne zeichnet sich durch anfallartige wiederkehrende Schmerzattacken aus. Die Schmerzen werden häufig als pulsierend und pochend beschrieben. Eine Heilung gibt es momentan noch nicht und Behandlungsmethoden dienen ausschließlich der Linderung der Migräneschmerzen und der Begleitsymptome. Einige Therapieansätze können dazu beitragen, die Anfälle in ihrer Intensität und Dauer zu lindern oder ihnen vorzubeugen.

Der neuste Trend zur Bekämpfung beziehungsweise Eindämmung der Migräne ist das sogenannte Migräne Piercing, welches leidgeprüfte Migränepatienten oft als letzten Rettungsanker sehen. Der kurze Schmerz beim Stechen des Piercings steht in keiner Relation zu den Schmerzen bei einer Migräneattacke. Aber hilft das Tragen des Piercings wirklich, die Schmerzen zu dämpfen und erträglicher zu machen?

Was soll das Migräne Piercing bewirken?

Die Idee des Migräne Piercings basiert auf der Wirksamkeit der Akupunktur. Es handelt sich also nicht um ein schmückendes Piercing, sondern um einen Behandlungsansatz aus Fernost. Bei einer Akupunktur setzen speziell ausgebildete Ärzte feine Nadeln in sogenannte Akupunkturpunkte. Durch das Setzen der Nadeln sollen Schmerzen gelindert werden und blockierte Energien wieder besser fließen.

Im asiatischen Raum wird Akupunktur schon seit 3000 Jahren praktiziert. In der westlichen Welt wird die Akupunktur immer häufiger praktiziert. Hierbei hat sich gezeigt, dass durch Akupunktur körperliche Reaktionen auslöst werden können. So ist es zum Beispiel möglich, das Nervensystem zu stimulieren und dadurch aktiver werden zu lassen. Zudem wurde durch Studien eindeutig belegt, dass Akupunktur bei Migränepatienten helfen kann. Migräneattacken können teilweise vorgebeugt werden, sollten diese dennoch auftreten, sind die Schmerzen jedoch nicht so ausgeprägt wie ohne Akupunktur.

Mann mit Migräne Piercing

Das Daith-Piercing für Migränepatienten

Das Migräne- oder auch Daith-Piercing setzt genau hier an. Das Piercing wird im Bereich des Ohrknorpels gestochen, in denen die Bekannten Akupunkturpunkte zur Migränebehandlung sitzen. Durch das Piercing soll dauerhaft derselbe Effekt wie bei einer Akupunktur erzielt werden. Versucht wird, den Vagusnerv, welcher für die Schmerzweiterleitung verantwortlich ist, zu stimulieren. Trotz fehlender Langzeitstudien und die nicht belegte Wirksamkeit des Migräne Piercings, hat dieses großen Zuspruch bei Migränepatienten gefunden. Patienten berichten über ein Nachlassen Schmerzattacken. Ob dies auf Tatsachen oder nur auf dem sogenannten Placebo Effekt basiert, ist noch nicht bewiesen.

Für Migränepatienten spielt die Tatsache fehlender Studien oftmals keine Rolle. Das große Leiden und die durch Schmerzen und Licht- und Lärmbedingte oftmals über Tage während Isolierung der Betroffenen lässt Migräne Patienten nach jedem Strohhalm greifen. Scheinbar mit Wirkung.

Die DMKG warnt vor dem Migräne Piercing

Die DMKG (Deutsche Migräne- und Kopfschmerz Gesellschaft e.V.) spricht sich deutlich gegen das Piercing aus und stuft es sogar als nicht empfehlenswert ein. Ein Piercing ist wie alle den Körper verändernden Eingriffe nicht ungefährlich und birgt Risiken. Entzündungen, Abstoßreaktionen oder die Bildung von Keloiden können die Folge sein. Das Verfahren beruhe auf keiner pathophysiologischen Grundlage, welche nachzuvollziehen wäre. Da es keinerlei wissenschaftlichen belege gebe und die bisher durchgeführten Studien nicht in Studienbanken registriert wurden, rät die DGKM sogar entschieden von einem solchen Piercing ab.

Augen auf beim Migräne Piercing

Studien hin oder her, viele Migränepatienten möchten das Piercing gerne einmal ausprobieren. Sollte die Absicht bestehen, sich ein Migräne Piercing stechen zu lassen, ist es unbedingt nötig, sich einen Fachmann zu suchen. Nicht jeder Piercer kann ein Migräne Piercing stechen, hierfür müssen Kenntnisse über Akupunktur und deren Sitz vorhanden sein.

Die Akupunkturpunkte zur Migränebehandlung durch Akupunktur befinden sich in der Ohrmuschel, der Piercer sticht zum Setzen des Piercings durch die Knorpelfalte. Im Gegensatz zu vielen anderen Piercings ist das Migräne Piercing eher an einer unauffälligen Stelle und kann dadurch von allen Altersgruppen getragen werden. Je nach Geschmack können Ringe oder Stäbe als Piercingschmuck verwendet werden. Hinzukommt, dass bei Nichtgefallen und einer ausbleibenden Wirkung das Migräne Piercing von den Patienten einfach und selbst entfernt werden kann. Das durch das Piercing entstandene Loch wird in kürzester Zeit wieder zuwachsen. Auch das ist ein Grund, warum Betroffene häufig auf das Migräne Piercing als Behandlungsmethode zurückgreifen.

Ist ein Piercing nicht unbedingt die richtige Methode, schauen Sie sich doch einmal unsere Artikel Migräne Hausmittel und Migräne Behandlung an. Möchten Sie die Schulmedizin durch alternative Behandlungen ergänzen oder ersetzen, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt über eventuelle Neben- oder Wechselwirkungen.

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