Schwarzhäutiger mit starke Kopfschmerzen

Ständige Kopfschmerzen

Bei wem ständige Kopfschmerzen den Lebensalltag beeinträchtigen, ist es höchstwahrscheinlich zu einer Chronifizierung der Kopfschmerzen gekommen. Kopfschmerzen können in vielen Variationen auftreten. So unterscheidet man z. B. in primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Die häufigsten Kopfschmerzformen sind die Spannungskopfschmerzen und Migräne.

Kaum einer bleibt in seinem Leben von Kopfschmerzen verschont. Sie können häufig schon durch Überanstrengung, Übermüdung, emotionalem Stress oder Verspannungen ausgelöst werden – es ist ein weltweites Volksleiden. Leidet man über einen gewissen Zeitraum immer wieder an Kopfschmerzen, können diese jedoch auch chronisch werden. Ein Schmerzgedächtnis bildet sich aus, bei dem das Nervennetzsystem verändert wird und Schmerzen daraufhin immer wiederkehren. Aber wie bildet sich das Schmerzgedächtnis aus? Und was kann man gegen chronische Schmerzen unternehmen? Alles, was Sie zu ständigen Kopfschmerzen wissen sollten, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Chronische Kopfschmerzen und die Auswirkungen

Von chronischen Spannungskopfschmerzen und chronischer Migräne spricht man, wenn Betroffene mehr als 15 Mal im Monat in mindestens drei aufeinander folgenden Monaten an Kopfschmerzen leiden. Chronische Kopfschmerzen können zu starker körperlicher sowie sozialer Beeinträchtigung führen. Denn durch die ständig wiederkehrenden Schmerzen verändert sich nicht nur das Nervensystem in seiner Funktionsweise, sondern es wird auch eine Empfindlichkeit gegenüber vielen Reizen entwickelt.

Durch den wiederkehrenden Kopfschmerz und den damit einhergehenden Beeinträchtigungen im Alltag kann es zudem zu einem vermehrten Vermeidungsverhalten kommen. Es wird darauf geachtet, Tätigkeiten, die mit den Schmerzen assoziiert werden, zu vermeiden. Dadurch kann es zu veränderten Denkweisen, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit oder sogar zu einem Rückzug aus dem sozialen Umfeld kommen.

Betroffene gelangen dann oft in einen Teufelskreis. Sie hoffen darauf, durch ihr Vermeidungsverhalten eine Schmerzlinderung herbeizuführen, welche allerdings nicht eintritt. Denn das gebildete Schmerzgedächtnis lässt sich davon nicht beeindrucken. Gleichzeitig verändert man sein gesamtes Umfeld und belastet sich psychisch immer mehr. Bei chronischen Schmerzen kann eine völlige Schmerzfreiheit fast nicht erreicht werden.

Therapien zielen auf eine Schmerzbewältigung oder Schmerzlinderung ab. Hier gilt es dann eine verbesserte Selbstbeobachtung und Selbstwahrnehmung zu generieren. So können Betroffene erlernen zu erkennen, welche Faktoren Schmerzen wirklich begünstigen. Zusätzlich können schmerzlindernde Verfahren gelernt werden.

Junger Mann hat ständige Kopfschmerzen

Wie bildet sich ein Schmerzgedächtnis aus?

Eigentlich dienen Schmerzen dazu, uns Menschen vor bestimmten Gefahren zu bewahren. Schmerzen zeigen uns an, dass etwas mit unserem Körper nicht in Ordnung ist oder etwas für uns gefährlich sein kann. Z. B. wissen wir daher, dass eine heiße Herdplatte, die man mit der Hand anfasst, zu starken Verbrennungen führen kann. Denn wir fühlen ganz schnell einen Schmerz, der uns davor warnt, die Hand länger auf der Herdplatte liegen zu lassen. Wir fassen daraufhin die heiße Herdplatte also nicht mit unserer Hand an und werden somit vor dieser Gefahr geschützt.

Haben wir z. B. Schmerzen, weil wir uns einen Arm gebrochen haben, so zeigen die Schmerzen uns an, dass wir uns schonen sollen und geben uns die Möglichkeit, der Verwundung gegenzusteuern und zu handeln. Sobald alles abgeheilt ist, verschwinden auch die Schmerzen. Dieses Prinzip lässt sich auf so ziemlich alle Schmerzen anwenden.

Haben wir jedoch über einen längeren Zeitraum immer wieder Schmerzen, kann es dazu kommen, dass ein sogenanntes Schmerzgedächtnis ausgeprägt wird. Wenn man z. B. immer wieder intensive und andauernde Kopfschmerzen hat, führen Nervenzellen des Gehirns zu einer veränderten Genaktivität. Infolgedessen kommt es zu weiteren Veränderungen des Nervenzellnetzwerkes.

Wie eben beschrieben sollen Schmerzen eigentlich dazu dienen, ein sinnvolles Verhalten zur Heilung oder Besserung bei Betroffenen herbeizuführen. Bei chronischen Schmerzen, welchen ein ausgeprägtes Schmerzgedächtnis zugrunde liegt, geht diese nützliche Funktion komplett verloren. Als Folge dessen leidet man an Schmerzen, für die es gar keine Ursache mehr gibt. Obwohl die Schmerzreize, die die Schmerzen zu Beginn ausgelöst haben, sehr lange zurückliegen können, erinnert sich das Schmerzgedächtnis an den Schmerz und macht ihn immer wieder spürbar. Das liegt daran, dass die betroffenen Nervenfasern noch aktiviert sind und besonders empfindlich gegenüber jeglichen aktiven Reizen geworden sind. Diese erworbene Nervenempfindsamkeit kann die Schmerzwahrnehmung sowie das Schmerzleiden deutlich steigern. Die Schmerzareale weiten sich aus und das Schmerzempfinden wird durch Überbelastung oder emotionalem Stress zusätzlich verstärkt. Es kommt zu chronischen Schmerzen.

Kann man chronischen Kopfschmerzen vorbeugen?

Sowohl beim Spannungskopfschmerz als auch bei Migräne wird zur Vorbeugung einer Chronifizierung der Schmerzen geraten, regelmäßig Ausdauersport zu betreiben. Kopfschmerztrigger wie Stress, Überlastung und Unruhe sollten zudem vermieden werden. Außerdem soll das Erlernen von Entspannungsübungen oder auch Akupunktur und Massagen dazu beitragen, chronische Kopfschmerzen in beiden Kopfschmerzformen vorzubeugen.

Eine weitere effektive Maßnahme zur Prophylaxe ist das sogenannte Biofeedback. Hierbei lernt man seine Körperfunktionen ganz bewusst selbst beeinflussen zu können. Besonders geeignet ist die Biofeedback-Therapie für Menschen, die immer wieder unter Muskelverspannungen leiden. Betroffene lernen im Biofeedback diese Verspannungen selbstständig zu lösen. In vielen Studien hat sich diese Therapieform bereits als sehr wirksam gezeigt. Manche Krankenkassen übernehmen daher sogar die Kosten für diese Art von Behandlung.

Während des Biofeedbacks misst ein Gerät die Vitalfunktionen wie Blutdruck, Puls, Temperatur, Herz- und Atemfrequenz sowie den Hautwiderstand. Die Ergebnisse sieht die zu behandelnde Person direkt auf einem Monitor. So erkennt der Betroffene während der Behandlung direkt, wenn die Parameter von der Norm abweichen und durch welche Gefühle, Stimmungen oder Gedanken die Parameter beeinflusst werden. Je häufiger man mit dieser Therapieform trainiert, seinen Körper wahrzunehmen und zu beeinflussen, desto einfacher kann man ihn am Ende steuern und eine Selbstheilung in manchen Fällen positiv beeinflussen.

Nach einer gewissen Zeit lernen die Betroffenen sogar ganz ohne Messgerät und Monitor ihren Körper und seine Funktionen komplett wahrzunehmen. Menschen mit Spannungskopfschmerzen oder Migräne können so die Intensität ihrer Schmerzepisoden sowie die Häufigkeit der Episoden verringern. Dies und das Bewusstsein über seine eigenen Körper führen dazu, dass man einer Chronifizierung der Schmerzen vorbeugt.

Wie kann man chronische Kopfschmerzen behandeln?

Wer an chronischen Kopfschmerzen leidet, der sollte sich auf jeden Fall in die Hände von spezialisierten Fachärzten oder auch Kliniken begeben. Eine einheitliche Behandlung gibt es bei chronischen Schmerzen nämlich nicht. Jeder Betroffene hat ein anderes Schmerzgedächtnis ausgebildet, andere Trigger, die zu den Kopfschmerzen führen können und ein anderes Schmerzleiden. Chronische Kopfschmerzen sollten immer individuell behandelt werden. Oftmals wird eine Kombinationstherapie aus schmerzlindernden Medikamenten, Therapien zur Schmerzbewältigung sowie Therapien zur Schmerzlinderung eingesetzt. In einigen Fällen kann auch eine psychologische Schmerztherapie ratsam sein.

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