Alter Mann mit Kopfschmerzen an der Stirn

Stechende Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können in verschiedenen Varietäten auftreten. Man unterscheidet dabei zwischen primären und sekundären Schmerzen. Bei stechenden Kopfschmerzen handelt es sich um konzentrierte Schmerzen, die an einer Stelle im Kopfbereich auftreten. Sie können mehrfach in kurzen Abständen auftreten oder auch chronisch sein. Diese Kopfschmerzform wird auch „Eispickelkopfschmerz“ genannt und tritt relativ selten auf. Betroffene können durch die Schmerzen im Alltag eingeschränkt sein. Aber woher kommt der Eispickelkopfschmerz? Ist dieser gefährlich? Und was kann man gegen ihn unternehmen? Was es genau mit stechenden Kopfschmerzen auf sich hat, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Stechende Kopfschmerzen – Eine Definition

Stechende Kopfschmerzen werden in der Fachsprache auch idiopathische stechende Kopfschmerzen genannt oder einfach ausgedrückt Eispickelkopfschmerzen. Betroffene beschreiben dabei einen in der Regel nur wenige Sekunden anhaltenden stechenden Schmerz, der sich anfühlt, als würde jemand mit einem Eispickel auf den Kopf einhacken. Die Lokationen können dabei im Kopfbereich wechseln. Die Schmerzen sind hierbei sehr intensiv. Genaue Angaben zur Häufigkeit können nicht gemacht werden. In Deutschland geht man aber von 2 % – 35 % Betroffenen aus. Der Eispickelkopfschmerz kann verschiedene Ursprünge haben. Er kann während des Cluster-Kopfschmerzes oder der Migräne auftreten oder aber auch sekundäre Ursprünge verzeichnen.

Der genauen Wirkungsmechanismen, also die genauen Ursachen, sind bis heute nicht ausreichend erforscht. Mediziner differenzieren in primäre und sekundäre Kopfschmerzformen. Primäre Kopfschmerzen sind solche, die ein eigenes Krankheitsbild bilden. Sekundäre Kopfschmerzen haben immer den Ursprung in einer bereits vorhandenen anderen Erkrankung. Stechende Kopfschmerzen können in beiden Kopfschmerzunterteilungen vorkommen.

Stechende Kopfschmerzen bei primären Kopfschmerzformen

Bei den primären Kopfschmerzformen können stechende Kopfschmerzen in folgenden Fällen auftreten:

  • Bei Migräne
  • Beim Cluster-Kopfschmerz
  • Bei einer Trigeminusneuralgie
  • Bei einer paroxysmalen Hemikranie

Stechende Kopfschmerzen gehen am häufigsten mit Cluster-Kopfschmerzen einher. Hierbei ist es typisch, dass die stechenden Schmerzen in immer wiederkehrenden kurzen Intervallen auftreten. Zwischen den Intervallen werden von den Betroffenen in der Regel keine Schmerzen verspürt. Aber ebenfalls bei Migräneattacken können sich halbseitig stechende sowie pulsierende Schmerzen bilden. Bei der Trigeminusneuralgie kommt es zu sehr starken stechenden Schmerzen, die aber nur wenig Sekunden anhalten. Sie können den gesamten Kopf betreffen und werden von betroffen manchmal, wie kleine Elektroschläge beschrieben. Die paroxysmale Hemikranie kann geht mit multiplen Kopfschmerzattacken einher, die zwischen fünfmal, bis mehrere Dutzend Mal am Tag auftreten können. Die Schmerzen sind auch hier sehr intensiv und treten normalerweise nur einseitig auf.

Um festzustellen, ob es sich bei Ihren stechenden Kopfschmerzen um eine primäre Kopfschmerzform handelt, können folgende Kriterien zur Hand genommen werden:

à Die Schmerzen sind durch einzelne oder mehrere stechende Schmerzen, die sich wie kleine Stiche anfühlen, typisiert. Sie treten vorwiegend im Scheitel-, Stirn- und Schläfenbereich des Kopfes auf.

à Die Schmerzen dauern in der Regel nur einige Sekunden lang an und können mehrfach Tag in unregelmäßigen Abständen auftreten.

à Es sollten keine Verbindungen zu anderen Erkrankungen hergestellt werden können (z. B. Zahnschmerzen, unbehandelte Sehschwäche, Erkältungssymptome)

à Stress, Unruhe, Angst, Müdigkeit, körperliche Überanstrengung oder ein veränderter Tagesrhythmus können Triggerfaktoren sein, die die Kopfschmerzen begünstigen.

Mann mit stechenden Kopfschmerzen

Stechende Kopfschmerzen als sekundärer Kopfschmerz

Sekundäre Kopfschmerzen sind kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern gehe immer mit anderen Erkrankungen einher. Die entstehenden Kopfschmerzen sind somit Begleitsymptome der eigentlichen Krankheit. So können häufig Zahn- und Kieferfehlstellungen, Zahnfleischentzündungen sowie Probleme der Wirbelsäule oder Augen für stechende Kopfschmerzen sorgen. Die Schmerzimpulse wirken von den Problemzonen über die Nerven bis hin zum Kopf. Wird die Grunderkrankung behandelt, verschwinden auch die Kopfschmerzen. In welcher Intensität und in welcher Häufigkeit die stechenden Kopfschmerzen auftreten, hängt immer ganz von der Grunderkrankung ab und ist sehr individuell.

In sehr seltenen Fällen können bei stechenden Kopfschmerzen auch lebensbedrohliche Erkrankungen dahinterstecken. Dies kann der Fall sein, wenn es zu einem sogenannten Donnerschlagkopfschmerz kommt. Dieser Kopfschmerz ist sehr intensiv und tritt ganz plötzlich auf. Er wird beschrieben wie ein Donnerschlag, der den Kopf trifft, vernichtend wirkt und kaum auszuhalten ist. Tritt dieser Kopfschmerz auf, sollte sofort ein Notarzt verständigt werden!

Stechende Kopfschmerzen während des Aufstehens

Manche Menschen leiden auch direkt nach dem Aufstehen an stechenden, meist einseitigen Kopfschmerzen. Diesen Kopfschmerzen können folgende Ursachen zugrunde liegen:

  • Sie haben falsch gelegen und es kommt zu Verspannungen. Durch die falsche Neigung des Kopfes im Schlaf oder ein zu hartes oder zu weiches Kopfkissen kann die Nackenmuskulatur schnell verspannen. Die Folge: Die Verspannungen führen direkt beim Aufstehen zu einem Spannungskopfschmerz.
  • Während des Schlafens war Ihre Zimmertemperatur zu kalt. Die Nackenmuskulatur hat sich aufgrund von Unterkühlung verspannt. Auch hier kommt es direkt beim Aufstehen zu einem Spannungskopfschmerz. Dieser kann in der Regel aber durch einen heißen Duschstrahl am Morgen im Nacken gelöst werden.
  • Sie leiden an einer Schlafapnoe (Atemstillstände während des Schlafens). Dadurch bekommt das Gehirn oftmals zu wenig Sauerstoff in der Nacht, was sich gleich am Morgen mit Kopfschmerzen äußert. Lassen Sie Ihre Beschwerden durch einen Arzt abklären. Der Besuch eines Schlaflabors eignet sich hierbei zur Diagnosestellung.

Wann sollte man bei stechenden Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen?

Ist die Ursache, die zu ihren stechenden Kopfschmerzen führt, bekannt, so können Sie diese mit einfachen Hausmitteln oder leichten Schmerzmitteln lindern. Wenn Sie z. B. an heißen Sommertagen zu wenig getrunken haben oder Sie sich in der Nacht verlegen haben und Ihre Muskeln nur verspannt sind, ist dies kein Grund, zum Arzt zu gehen. Wenn Ihre Kopfschmerzen immer wieder in stressigen Alltagssituationen auftreten, sollten Sie zunächst versuchen, Ihren Alltag umzustrukturieren und den Stressfaktoren zu minimieren. Erlauben Sie sich mehr Auszeiten, kümmern Sie sich um sich selbst und machen Sie Ruhepausen. Ebenfalls können Entspannungsmethoden wie Yoga helfen. Manchmal reicht es auch aus, einen einfachen Spaziergang zu tätigen, bei dem man den Kopf frei kriegt. Des Weiteren eignen sich besonders bei Spannungskopfschmerzen Methoden zur Entspannung wie ein warmes Nackenkissen oder ein warmes Vollbad zur Schmerzlinderung. Aber auch Pfefferminzöl, welches auf die schmerzende Kopfregion einmassiert werden kann, wirkt Wunder.

Finden Sie für Ihre stechenden Kopfschmerzen keine Ursache und treten diese vermehrt auf, so sollten Sie zur Abklärung auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Handelt es sich bei Ihnen um Migräne, Cluster-Kopfschmerzen, Trigeminusneuralgien oder Hemikranien, so können verschiedene medikamentöse Therapien in Verbindung mit psychologischen Schmerztherapien (z. B. Schmerzbewältigung) angewandt werden, um Ihr Leiden zu lindern. Wenn es sich um sekundäre Schmerzen handelt, die auf eine anderweitige Erkrankung zurückzuführen sind, sollte selbstverständlich ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden, um die Grunderkrankung zu behandeln.

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