Alter Mann sitzt auf dem Sofa und hat Kopfschmerzen

Einseitige Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können in verschiedenen Variationen auftreten. Sie können nur leicht oder mäßig spürbar oder so stark sein, dass sie kaum aushaltbar sind. Weltweit zählen Kopfschmerzen zu der zweithäufigsten Schmerzform – fast kaum einer bleibt in seinem Leben davor verschont. Kopfschmerzen können dabei nicht nur in ihrer Intensität variieren, sondern auch in verschiedenen Regionen auftreten. Nicht selten kommt es bei Betroffenen zu einseitigen und stechenden Kopfschmerzen. Das bedeutet, dass die Kopfschmerzen nur eine Hälfte (entweder rechts oder links) des Kopfes betreffen. Meistens treten die Schmerzen an der Stirn und im Schläfenbereich auf. Sie können in manchen Fällen aber auch hinter den Augen einsetzen oder bis zum Hinterkopf ausstrahlen. Welche Kopfschmerzformen einseitige Kopfschmerzen verursachen können, erfahren Sie in folgendem Artikel.

Bei welchen Kopfschmerzformen treten einseitige Kopfschmerzen auf?

Beim häufigsten Kopfschmerztyp, dem Spannungskopfschmerz, sind Betroffene von leichten bis mäßigen Kopfschmerzen betroffen, die jedoch beidseitig die Stirn und die Schläfen betreffen. Kommt es zu einseitigen Kopfschmerzen, handelt es sich in den meisten Fällen um Migräne, Cluster-Kopfschmerzen oder Trigeminusneuralgie.

1. Migräne

Migränebetroffene leiden in der Regel zwischen 1-6 Mal im Monat an starken Kopfschmerzen. Ein Migräneanfall beginnt dabei meistens sehr leicht und weitet seine Intensität immer weiter auf ein Maximum aus. Ist das Maximum erreicht, verspüren Betroffene einen heftigen Kopfschmerz, der in den meisten Fällen nur eine Kopfhälfte betrifft. Die Schmerzen sind an der Stirn und an den Schläfen deutlich zu spüren. Die Dauer eines Migräneanfalls kann zwischen 4-72 Stunden variieren.

Bewegung während eines Migräneanfalls verschlimmert meistens die Schmerzen. Des Weiteren können Begleitsymptome wie eine hohe Lärm- und Lichtempfindlichkeit sowie Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Etwa 15 % aller Migränebetroffenen erleben zudem eine „Aura“ vor der Schmerzattacke. Diese Aura dauert zwischen 20-60 Minuten an und endet, wenn die Schmerzen eintreten. Manchmal überlappen sich die Auraphase und die Schmerzphase oder die Aura tritt ohne Schmerzen auf. Die Aura beinhaltet gewisse Symptome, die anzeigen, dass es bald mit der Schmerzattacke losgeht. Sie können sich durch Augenflimmern, Kribbeln in den Extremitäten oder dem Schleiersehen bemerkbar machen. Migräneschmerzen sind pulsierende, hämmernde und heftige Kopfschmerzen, die neben Stirn und Schläfen auch die Augenbrauen einseitig betreffen können.

Die Ursachen von Migräne sind bisher noch unbekannt. Man geht jedoch davon aus, dass Migräne genetisch bedingt auftreten kann. Ebenfalls werden Faktoren wie emotionaler Stress, Wetterfühligkeit, körperliche Belastung, bestimmte Lebensmittel sowie grelles Licht und ein unstabiler Tagesrhythmus mit Migräne in Verbindung gebracht.

Vater mit Einseitige Kopfschmerzen

2. Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen treten seltener auf als Migräne, können dafür aber sogar schlimmer sein. Betroffene leiden an sehr heftigen, kaum aushaltbaren Schmerzen. Die Schmerzen treten dabei einseitig direkt hinter dem Auge sowie an den Schläfen und an der Stirn auf. Betroffene beschreiben den Schmerz so, als würde ihnen mit einer Nadel ins Auge gestochen werden. Cluster-Kopfschmerzen treten in Intervallen auf. Ein Schmerzintervall kann dabei zwischen 2 bis zu 8 Wochen anhalten. In dieser Zeit haben Betroffene 1-2 Mal am Tag Kopfschmerzattacken, welche 15-180 Minuten anhalten können. Auf ein Schmerzintervall folgt bei episodischen Cluster-Kopfschmerzen immer eine beschwerdefreie Phase. Diese kann zwischen 14 Tagen bis zu einigen Jahren anhalten. Erst dann kommt es zum nächsten Schmerzintervall. Bei chronischen Cluster-Kopfschmerzen treten die Schmerzintervalle in kurz aufeinanderfolgenden Zeiträumen auf, sodass eine längere schmerzfreie Phase nicht gegeben ist. Zusatzsymptome können tränende Augen, geschwollene Augenlider, gerötete und trockene Augen, eine verstopfte Nase und Scheiß auf der Stirn sein. Die Schmerzen treten besonders häufig in den Frühlings- und Herbstmonaten auf. Des Weiteren erfolgen Schmerzattacken oft in der Nacht oder direkt am frühen Morgen.

Auch hier sind die Ursachen weitestgehend nicht geklärt. Es wird aber davon ausgegangen, dass Cluster-Kopfschmerzen infolge eines gestörten Schlaf-wach-Rhythmus, welcher im Hypothalamus geregelt wird, zusammenhängt. Zudem hat man Zusammenhänge zwischen den auftreten Schmerzen und dem Genuss von Nikotin und Alkohol, histaminreichen Lebensmitteln, körperlicher Anstrengung sowie Höhenluft hergestellt.

3. Trigeminusneuralgie

Bei einseitigen starken Kopfschmerzen kann aber auch eine Trigeminusneuralgie der Auslöser sein. Neuralgien bezeichnen starke und anfallsartige Schmerzen, welche im Bereich eines konkreten Nervs (in diesem Falle im Bereich des Trigeminusnervs) auftreten. Der Nervus trigeminus (Trigeminusnerv) ist ein bestimmter Gehirnnerv mit drei Nervästen, die von ihm abgehen. Diese drei Äste ziehen sich in den Oberkiefer, in die Oberlippe und in die Augen. Tritt eine Trigeminusneuralgie auf, so verspüren Betroffene starke Schmerzen, die das ganze Gesicht auf einer Kopfhälfte betreffen. Die Schmerzen bleiben dabei stabil, auf einer Seite bestehen und wechseln nicht. Die treten sehr plötzlich auf und sind gleichzeitig nur von kurzer Dauer.

Die Ursachen sind nicht ausreichend erforscht. Man geht jedoch von einer entzündlichen Veränderung des Trigeminusnervs oder von einer Drückschädigung am Nerven aus.

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